Datenschutz-Reform: Mitgliedstaaten gehen auf Abstand zu Plänen der EU-Kommission

24. Februar 2026 um 17:47 UTC
netzpolitik.org
Original: DE
Datenschutz-Reform: Mitgliedstaaten gehen auf Abstand zu Plänen der EU-Kommission

Die Verordnung „Digital Omnibus“ der Europäischen Union sieht erhebliche Abweichungen zwischen den Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission vor, insbesondere im Hinblick auf den Datenschutz. Das Positionspapier des Rates signalisiert eine Zurückhaltung bei der Annahme zentraler Kommissionsvorschläge und löst eine Debatte über die Zukunft der digitalen Rechte und der Datenverwaltung innerhalb des Blocks aus. Diese Entwicklung verdeutlicht die anhaltenden Spannungen bei der Gestaltung der digitalen Politiklandschaft Europas. Schlüsselvorschläge der Kommission, die auf schnelle Überarbeitungen der digitalen Vorschriften abzielen, stoßen auf Widerstand. Insbesondere eine vorgeschlagene Neudefinition personenbezogener Daten, von der Kritiker befürchteten, dass sie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) durch den Ausschluss pseudonymisierter Daten schwächen würde, soll gestrichen werden. Der Rat zieht es vor, bestehende Leitlinien des Europäischen Datenschutzausschusses zur Klärung heranzuziehen, was auf eine Bevorzugung bestehender Interpretationsrahmen gegenüber neuen gesetzlichen Definitionen hindeutet. Diese Abweichung betrifft ein breites Spektrum von Interessengruppen, von Datenschutzbefürwortern, die sich Sorgen über eine Schwächung der Datenschutzstandards machen, bis hin zu Unternehmen, die regulatorische Klarheit suchen. Die Ablehnung eines Kommissionsvorschlags, der ihr mehr Auslegungsbefugnisse in Datenschutzfragen eingeräumt hätte, deutet darauf hin, dass die Mitgliedstaaten die nationale Kontrolle über die regulatorische Auslegung beibehalten wollen, was die Harmonisierungsbemühungen verlangsamen könnte. Die Haltung des Rates beinhaltet auch den Wunsch, das Verbot vollständig automatisierter Entscheidungsfindung in bestimmten Kontexten beizubehalten, was mit den bestehenden Bestimmungen der DSGVO übereinstimmt. Dies deutet auf einen vorsichtigen Ansatz bei der Einführung neuer digitaler Technologien hin, wobei robuste Datenschutzvorkehrungen Vorrang vor der schnellen Einführung potenziell weniger regulierter automatisierter Systeme haben.

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Veröffentlichung: netzpolitik.org
Veröffentlicht: 24. Februar 2026 um 17:47 UTC
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