Verhandlungen in Brüssel: Bundesregierung sägt am Datenschutz

10. März 2026 um 17:17 UTC
netzpolitik.org
Original: DE
Verhandlungen in Brüssel: Bundesregierung sägt am Datenschutz

Deutschland setzt sich für eine wesentliche Änderung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ein und schlägt vor, pseudonymisierte Daten teilweise davon auszunehmen. Diese Initiative, die Berichten zufolge von der deutschen Bundesregierung im EU-Rat unterstützt wird, zielt darauf ab, die Datennutzung für Wettbewerbsvorteile im Rahmen des breiteren „Digitalen Omnibus“-Pakets zu optimieren. Diese Maßnahme hat jedoch erheblichen Widerstand von zivilgesellschaftlichen Gruppen, Datenschutzbehörden und anderen Mitgliedstaaten hervorgerufen, die eine Schwächung der grundlegenden Datenschutzrechte befürchten. Im Kern des Streits liegt die Definition von „personenbezogenen Daten“ und die vorgeschlagene Einführung eines Konzepts der „relativen Personenidentität“ für pseudonymisierte Informationen. Derzeit gelten nach der DSGVO selbst Daten, bei denen direkte Identifikatoren durch ein Pseudonym ersetzt werden, im Allgemeinen als personenbezogen. Die vorgeschlagene Änderung legt nahe, dass Daten, bei denen eine Re-Identifizierung einer Person anhand eines Pseudonyms unwahrscheinlich ist, nicht mehr unter die strengen Schutzbestimmungen der DSGVO fallen würden. Dies wäre eine deutliche Abkehr vom derzeitigen robusten Rahmen, könnte rechtliche Unklarheiten schaffen und den Schutz der individuellen Privatsphäre verringern. Diese potenzielle Ausnahme wird von Kritikern als Zugeständnis an die Forderungen großer Technologieunternehmen und Datenmakler angesehen, die seit langem weniger strenge Vorschriften für die Datenverarbeitung fordern. Jüngste Untersuchungen haben gezeigt, wie pseudonymisierte Daten, einschließlich präziser Standortinformationen, die in der Online-Werbung verwendet werden, leicht re-identifiziert werden können und Risiken für Einzelpersonen, einschließlich EU-Beamter, darstellen. Der Europäische Datenschutzausschuss und der Europäische Datenschutzbeauftragte haben starke Bedenken geäußert und gewarnt, dass eine solche Überarbeitung das hohe Datenschutzniveau, für das Europa bekannt ist, untergraben und erhebliche Rechtsunsicherheiten einführen könnte.

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Veröffentlichung: netzpolitik.org
Veröffentlicht: 10. März 2026 um 17:17 UTC
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