Gipfel zur Europäischen Digitalen Souveränität: Kehrtwende für die „Innovationsführerschaft“

18. November 2025 um 17:25 UTC
netzpolitik.org
Original: DE
Gipfel zur Europäischen Digitalen Souveränität: Kehrtwende für die „Innovationsführerschaft“

Auf dem "European Digital Sovereignty Summit" signalisierte die deutsche Regierung einen bedeutenden Wandel in ihrer digitalen Strategie, indem sie "Innovationsführerschaft" über alles andere stellte. Dieser neue Ansatz beinhaltet die mögliche Aufweichung bestehender Vorschriften, was eine Debatte unter den Interessengruppen auslöste. Der Schwerpunkt des Gipfels lag auf der Stärkung der digitalen Souveränität der EU, um die wirtschaftliche Abhängigkeit von nicht-europäischen Technologieanbietern zu verringern. Schlüsselfiguren, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron, leiteten den Gipfel, der Diskussionen darüber umfasste, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Digitalminister Karsten Wildberger befürwortete einen Ansatz "Produkt zuerst, Regulierung danach", der die derzeitigen risikobasierten Vorschriften der EU, insbesondere in Bezug auf KI, möglicherweise umkehren könnte. Vertreter großer europäischer Unternehmen wie SAP, Telekom und Siemens nahmen ebenfalls an den Podiumsdiskussionen teil. Diese Schwerpunktverlagerung auf Innovation könnte verschiedene Sektoren beeinflussen, insbesondere solche, die auf digitale Technologien wie KI und Datenwissenschaft angewiesen sind. Die Betonung der Straffung von Vorschriften zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit könnte sich auf die Verbraucherrechte und KI-Regulierungen auswirken. Vertreter der Zivilgesellschaft waren weitgehend von dem Gipfel ausgeschlossen, was Bedenken hinsichtlich der potenziellen Auswirkungen auf die Grundrechte aufwirft. Die Agenda des Gipfels signalisiert den Wunsch, die EU zu einem führenden Akteur in Schlüsseltechnologien zu machen und Innovationen zu beschleunigen. Das kommende "Digital Omnibus"-Paket der EU-Kommission, das kurz nach dem Gipfel vorgestellt werden soll, wird voraussichtlich Änderungen an den Verbraucherrechten und KI-Regulierungen vorschlagen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die EU ihre digitale Souveränität erhöhen will.

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Veröffentlichung: netzpolitik.org
Veröffentlicht: 18. November 2025 um 17:25 UTC
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