Berlin: Undurchsichtige Gesundheitsdatenbank-Pläne nach Brandbrief vorerst gestoppt

29. Januar 2026 um 13:19 UTC
netzpolitik.org
Original: DE
Berlin: Undurchsichtige Gesundheitsdatenbank-Pläne nach Brandbrief vorerst gestoppt

Berlins ehrgeiziger Plan zur Einrichtung einer zentralen Gesundheitsdatenbank an der Charité ist aufgrund von Bedenken des Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit auf erhebliche Hindernisse gestoßen. Die von der CDU- und SPD-Koalition vorangetriebene Initiative zielt darauf ab, den wissenschaftlichen Forschungs- und Innovationsstandort der Stadt zu stärken. Das Fehlen von Klarheit bezüglich des Schutzes sensibler persönlicher Gesundheitsdaten hat jedoch zu starkem Widerstand und einem vorläufigen Stopp des Projekts geführt. Im Kern der Kontroverse steht die angebliche Nicht-Konsultation der Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit, Meike Kamp, wie sie das Berliner Datenschutzgesetz für Projekte mit sensiblen personenbezogenen Daten vorschreibt. Kamp hat in einem "Brandbrief" scharfe Kritik geübt und die unklaren und widersprüchlichen Bestimmungen im vorgeschlagenen Gesetz zur Änderung des Hochschulmedizinrechts hervorgehoben. Insbesondere verweist der Entwurf zunächst auf nicht personenbezogene Daten, legt dann aber Regelungen für personenbezogene Daten fest, was auf die Notwendigkeit robuster Anonymisierungsverfahren hinweist, die nicht ausreichend definiert sind. Dieser Verfahrensmangel und die Unklarheit bei der Datenverarbeitung haben sofort Bedenken bei Patienten und Forschern hervorgerufen und könnten das Vertrauen sowie die Einhaltung von Datenschutzstandards wie der DSGVO beeinträchtigen. Obwohl der Sprecher der SPD-Fraktion, Martin Matz, Offenheit für Kamps Kritik geäußert und die Bedeutung des Projekts betont und ein Zieldatum für 2029 genannt hat, bleibt der unmittelbare weitere Weg ungewiss. Die Parlamentssitzung zu diesem Thema wurde unerwartet verschoben, was die Zukunft der Charité-Gesundheitsdatenbank im Fluss lässt und das kritische Gleichgewicht zwischen Innovation und Datenschutz in der digitalen Politik unterstreicht.

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Veröffentlichung: netzpolitik.org
Veröffentlicht: 29. Januar 2026 um 13:19 UTC
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