Sozialstaatsreform: Kommission empfiehlt Abbau von Grundrechten

28. Januar 2026 um 17:03 UTC
netzpolitik.org
Original: DE
Sozialstaatsreform: Kommission empfiehlt Abbau von Grundrechten

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht einer deutschen Regierungskommission hat eine umfassende digitale Überholung des Sozialleistungssystems vorgeschlagen, mit dem Ziel einer größeren Bürgernähe und Effizienz. Entscheidend für diese Strategie ist der verstärkte Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) zur Automatisierung von Verfahren und eine vorgeschlagene Lockerung der Datenschutzmaßnahmen. Dieser Ansatz hat bei Wohlfahrtsorganisationen Bedenken hinsichtlich einer potenziellen verstärkten Diskriminierung schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen hervorgerufen. Die Empfehlungen der Kommission, die insgesamt 26 Maßnahmen umfassen, zielen darauf ab, Sozialleistungen zu vereinheitlichen, die Beschäftigung zu fördern und rechtliche Anforderungen zu vereinfachen. Ein zentraler Bestandteil ist die Entwicklung einer sicheren und souveränen Technologieplattform für Bund, Länder und Gemeinden unter Nutzung von Komponenten des „Deutschland-Stacks“ für einheitliche Standards und Schnittstellen. Dieses digitale Backend soll ein benutzerfreundliches „Sozialportal“ im Frontend unterstützen, das den Zugang zu Leistungen, Anträgen und amtlichen Mitteilungen für Bürger bündelt. Zur Erleichterung des behördenübergreifenden Datenaustauschs schlägt die Kommission die Nutzung der lebenslangen Steueridentifikationsnummer als eindeutige persönliche Kennung über verschiedene Behörden hinweg vor. Dieser Schritt zielt darauf ab, Verwaltungsdaten effektiver zusammenzuführen, ein Konzept, das die Regierung bereits zur Schaffung einer integrierteren öffentlichen Dienstleistungsinfrastruktur erforscht hat. Das Bestreben ist es, das Sozialleistungssystem durch diese digitalen Fortschritte transparenter und leichter zugänglich zu machen.

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Veröffentlichung: netzpolitik.org
Veröffentlicht: 28. Januar 2026 um 17:03 UTC
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