Digital Services Act: Datenzugang ist kein Plattformprivileg, sondern ein Recht

20. Februar 2026 um 10:24 UTC
netzpolitik.org
Original: DE
Digital Services Act: Datenzugang ist kein Plattformprivileg, sondern ein Recht

Die Europäische Union hat mit der Verhängung einer beträchtlichen Geldstrafe gegen die Plattform X wegen Nichteinhaltung der Vorschriften zum Datenzugang für Forscher einen wichtigen Schritt zur Durchsetzung des Digital Services Act (DSA) unternommen. Diese Entscheidung definiert die Rolle der Forschung neu und positioniert sie nicht mehr nur als Beobachter von Plattformmacht, sondern als aktiven Teilnehmer an der regulatorischen Aufsicht. Diese Durchsetzungsmaßnahme signalisiert einen robusten Ansatz, um sicherzustellen, dass digitale Plattformen Transparenz- und Risikominderungsauflagen einhalten. Die Europäische Kommission verhängte gegen X eine Strafe von 120 Millionen Euro und begründete dies mit Mängeln in dessen System zur Gewährung des Zugangs von Forschern zu Plattformdaten. Diese Entscheidung resultiert aus dem restriktiven Ansatz von X, der nur einen geringen Teil der Datenanfragen von Wissenschaftlern genehmigte. Dies unterstreicht ein systemisches Problem bei der Ermöglichung notwendiger Forschung zu Plattformrisiken wie Desinformation und süchtig machenden Designmustern. Diese Maßnahme unterstreicht die Verpflichtung des DSA zur Ermöglichung empirischer Studien über digitale Umgebungen. Diese Durchsetzungsmaßnahme hat erhebliche Auswirkungen auf Forscher und Plattformbetreiber und legt klarere Richtlinien für den Datenzugang im Rahmen des DSA fest. Plattformen können den verpflichtenden Datenzugang nicht länger als diskretionäres Privileg umdeuten, noch können sie ihn aufgrund willkürlicher Kriterien unangemessen verzögern oder einschränken. Die Klarstellung der Entscheidung, was eine „unangemessene Verzögerung“ darstellt, und die Ungültigkeit von Kosten- oder Zugehörigkeitsbarrieren bieten Forschern entscheidende Rechtssicherheit. Die Entscheidung bestätigt ferner, dass die automatisierte Datenextraktion, oder Scraping, von öffentlich zugänglichen Inhalten auch ohne ausdrückliche Zustimmung der Plattform zulässig ist, was die unabhängige Forschung weiter stärkt.

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Veröffentlichung: netzpolitik.org
Veröffentlicht: 20. Februar 2026 um 10:24 UTC
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