Europäischer Datenschutztag: Begriff "anonym" wird oft irreführend verwendet

29. Januar 2026 um 08:00 UTC
Heise Online
Original: DE
Europäischer Datenschutztag: Begriff "anonym" wird oft irreführend verwendet

Der Europäische Datenschutztag hob erhebliche Bedenken hinsichtlich des Missbrauchs des Begriffs „anonym“ in der Datenverarbeitung hervor. Diskussionen ergaben, dass gängige Anonymisierungs- und Pseudonymisierungstechniken oft fragiler sind als angenommen, wodurch Daten anfällig für eine Re-Identifizierung werden. Diese Mehrdeutigkeit stellt eine kritische Herausforderung für die Aufrechterhaltung robuster Datenschutzstandards in der digitalen Landschaft dar. Das Kernproblem liegt in der oft irreführenden Anwendung von „anonym“ in der Praxis, wo Daten möglicherweise nur pseudonymisiert und nicht wirklich anonymisiert werden. Dieser Unterschied ist entscheidend, da pseudonymisierte Daten unter bestimmten Umständen, insbesondere bei Verfügbarkeit externer Informationen, immer noch potenziell auf Einzelpersonen zurückgeführt werden können. Experten warnten, dass die wahrgenommene Sicherheit solcher Methoden häufig überbewertet wird, was zu einem falschen Gefühl der Compliance führt. Die Auswirkungen dieser terminologischen Ungenauigkeit sind weitreichend und betreffen Einzelpersonen, Unternehmen und Aufsichtsbehörden gleichermaßen. Eine Hauptsorge ist das Potenzial für Datenschutzverletzungen, insbesondere in sensiblen politischen Kontexten, in denen Daten ausgenutzt werden können. Dies unterstreicht die dringende Notwendigkeit klarerer Richtlinien und einer strengeren Durchsetzung, um einen echten Datenschutz zu gewährleisten und die digitale Souveränität in Europa zu stärken.

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Veröffentlichung: Heise Online
Veröffentlicht: 29. Januar 2026 um 08:00 UTC
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