Frankreichs Social-Media-Verbot für Kinder: EU-Recht bremst Paris aus

1. Februar 2026 um 10:36 UTC
Heise Online
Original: DE
Frankreichs Social-Media-Verbot für Kinder: EU-Recht bremst Paris aus

Der Versuch Frankreichs, ein Verbot der Nutzung von sozialen Medien für Personen unter 15 Jahren umzusetzen, stößt aufgrund bestehender EU-Gesetzgebung auf erhebliche Hürden. Das vorgeschlagene Verbot, das junge Nutzer vor den potenziellen Schäden von Social-Media-Plattformen schützen soll, sieht sich nun rechtlichen Herausforderungen gegenüber, die es unwirksam machen könnten. Diese Situation verdeutlicht das komplexe Zusammenspiel zwischen nationaler Souveränität und dem übergeordneten regulatorischen Rahmen für digitale Dienste, der von der EU geschaffen wurde. Der Kern der rechtlichen Anfechtung liegt im Digital Services Act (DSA) der EU und dem Herkunftslandprinzip. Der DSA, der darauf abzielt, einen sichereren digitalen Raum für Nutzer und gleiche Wettbewerbsbedingungen für digitale Unternehmen zu schaffen, erlaubt es digitalen Diensten, die in einem EU-Mitgliedstaat zugelassen sind, grundsätzlich im gesamten Block tätig zu sein. Dieses Prinzip legt nahe, dass ein nationales Verbot von Plattformen, die andernorts in der EU legal operieren, wahrscheinlich unwirksam wäre. Diese Entwicklung hat erhebliche Auswirkungen sowohl auf nationale Regierungen, die versuchen, digitale Räume zu regulieren, als auch auf digitale Plattformen, die innerhalb der EU tätig sind. Während die Absicht, Minderjährige zu schützen, lobenswert ist, zeigen die rechtlichen Komplexitäten die Herausforderungen bei der Umsetzung maßgeschneiderter nationaler Vorschriften, die im Widerspruch zum etablierten EU-Recht stehen können. Es unterstreicht auch den wachsenden Einfluss der digitalen EU-Politik auf die operative Landschaft für Technologieunternehmen auf dem gesamten Kontinent.

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Veröffentlichung: Heise Online
Veröffentlicht: 1. Februar 2026 um 10:36 UTC
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